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Schömerich gibt's schon schön lange! Schömerich wurde bereits im Jahr 1574 urkundlich als Schombrig bezeugt. Die früher in diesem Zusammenhang verwendeten Eigenschaftswörter scaoni, sconia und sceini bedeuten schön, mild, wohnlich, bequem und klar . 1599 ist von Schonbergh die Rede, im 18. Jahrhundert von Schönberg. Die sechs Hügel im Wappen beziehen sich hierauf, während die Sensenklinge für die hier ausgeübte Landwirtschaft steht. Die vereinzelt anzutreffende Meinung, Schömerich sei nach seinem ersten Bürgermeister benannt worden, einem Erich Schöm (hierzulande nennt man gern den Familiennamen zuerst, dann den Vornamen: Schöm Erich), der im Jahre der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus (1492) sein Amt angetreten habe, ist in den Bereich der Fabel oder des Scherzes zu verweisen. Im folgenden Historama können Sie die Ortsbürgermeister finden, die unsere Gemeinde seit 1920 vertreten haben bzw. sie vertreten. Das Historama beginnt 1574 und reicht bis heute. Mit einem Mausklick auf die links und rechts angebrachten Pfeiltasten können Sie sich im Historama vor- und zurückbewegen.
Ein Grabfund, der 1962 bei Planierungsarbeiten auf dem Grundstück des früheren Ortsbürgermeisters Franziskus Franzen gehoben wurde, belegt, dass Schömerich auch schon in römischer Zeit bewohnt war. In 70 cm Tiefe fand sich ein Brandgrab aus der zweiten Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Das Grab enthielt zwei große sargähnliche Holzbehälter, die mit einer Länge von 3,30 m und 40 cm Breite am einen und 60 cm Breite am anderen Ende trapezförmig verliefen.In den 30 cm hohen Behältern befanden sich die Asche eines Scheiterhaufens mit den Resten des Leichenbrandes und über 50 Grabbeigaben: Keramiken aus Goldglimmer, Schwarzfirnisbecher und Terrasigillata-Gefäße (wörtlich: versiegelte Erde, d.h. tönernes römisches Geschirr mit einer glänzenden Glasur und Firmensiegel). Zur Beruhigung aller Heutigen und der Besucher unserer Gemeinde: Dem beispielsweise um 1587 noch sehr beliebten Volkssport der Hexenverbrennungen huldigt man hier nicht mehr. Aus diesem Jahr (1587) sind allein acht solcher Heizvorgänge bekannt (fünf aus Oberemmel, zwei aus Pellingen und einer aus der Nachbargemeinde Hentern).
Nachtrag: Wie uns sehr dankenswerter Weise
Hans Muth
(alias Schriftsteller
Hannes Wildecker) am 18.10.2010 mitteilte, mussten auch zwei Schömericher
Frauen in heftiger Hitze ihr Leben aushauchen. Man bediente sich in unserer
Gegend - wie Hans Muth schreibt - nicht eines Scheiterhaufens, sondern
errichtete sogenannte Hütten: "Es wurde ein Pfahl in die Erde geschlagen,
eine Hütte aus Stroh darum aufgebaut und die Hütte angezündet, nachdem man
die/den Verurteilte/n an den Pfahl gebunden hatte. Es gab auch mildernde
Umstände. Da wurde das Opfer vor der Verbrennung erwürgt."
(Zitat aus der E-Mail von Hans Muth).
Ein nur kurzes, aber sehr heißes Wohnen! Alle historischen Angaben nach Max Müller aus der "Chronik der Gemeinde Schömerich und des Kimmler Hofes" (herausgegeben von Josef Fisch, Trier 1985).
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